Teresa-Kalender

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Mo 28. September 2020

Ich kann nicht anders, als die Kleine anzunehmen und sie einfach zu mögen.

Es war ein großer Erbarmenserweis Gottes, dass Sie es so gut getroffen und so schnell geheiratet haben, denn so wie Sie schon früh begannen, sich auf Abwege zu begeben, hätten wir sonst Ärger bekommen. Mich lässt das erkennen, wie sehr ich Sie mag, denn obwohl es mich wegen der Beleidigung Gottes sehr bedrückt, kann ich nicht anders, als die Kleine [die uneheliche Tochter des Adressaten] anzunehmen und sie einfach zu mögen, wenn ich sehe, wie sehr sie Euer Gnaden ähnlich sieht. Gott mache sie zu seiner Dienerin, da sie ja keine Schuld hat, doch dürfen Euer Gnaden jetzt nicht nachlässig sein, sondern müssen dafür sorgen, dass sie gut erzogen wird, denn wenn sie älter wird, wird das dort, wo sie jetzt ist, nicht der Fall sein. Besser wäre es, sie würde bei ihrer Tante erzogen, bis man sieht, was Gott mit ihr macht. Hierher können Euer Gnaden von Zeit zu Zeit Geld schicken – denn Gott hat es Ihnen ja gegeben –, damit es angelegt und davon ihr Lebensunterhalt bestritten wird; sobald sie zwölf Jahre alt ist, wird der Herr anordnen, was mit ihr geschehen soll, doch ist es wichtig, sie zu einem tugendhaften Lebenswandel anzuhalten, denn dafür stehen die Einkünfte, um für ihr Fortkommen zu sorgen. Das verdient sie auf jeden Fall, denn sie ist liebenswürdig und obwohl sie so klein ist, möchte sie von hier nicht weggehen.

Brief an Lorenzo de Cepeda jun. vom 15. Dezember 1581 (427, 4f.)




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