Teresa-Kalender

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Sa 25. Januar 2020

Es besteht kein Zweifel, dass einer, der in dieser Entblößung und im Loslassen von allem verharrt, erreichen wird, was er beabsichtigt.

Nun könnten wir, die wir ein Ordensgewand tragen und es freiwillig annahmen und seinetwegen alle Dinge der Welt und alles, was wir besaßen, hinter uns gelassen haben, meinen, damit sei schon alles getan (und seien es auch nur die Netze des heiligen Petrus [Mt 19, 27], denn wer alles hergibt, was er hat, meint viel zu geben). Das ist eine recht gute Vorbereitung, so man darin verharrt und sich nicht wieder unter das Ungeziefer der ersten Räume begibt, wenn auch nur dem Wunsch nach; denn es besteht kein Zweifel, dass einer, der in dieser Entblößung und im Loslassen von allem verharrt, erreichen wird, was er beabsichtigt, doch unter der Bedingung (und beachtet, dass ich euch darauf hinweise!), dass er sich als unnützen Knecht betrachtet, wie der heilige Paulus oder Christus sagt, und nicht glaubt, dadurch unseren Herrn verpflichtet zu haben, einem derartige Gnaden zu erweisen, sondern im Gegenteil als einer, der mehr empfangen hat, noch mehr in seiner Schuld zu stehen. Was können wir für einen so großmütigen Gott, der für uns gestorben ist und uns erschaffen hat und uns das Sein schenkt, schon tun, außer uns glücklich zu schätzen, wenn allmählich etwas von dem abgetragen wird, was wir ihm für all das schulden, was er in unserem Dienst getan hat (nur ungern benutzte ich dieses Wort, aber es ist so, denn solange er hier auf dieser Welt lebte, hat er nie etwas anderes getan), ohne neue Gnaden und Geschenke von ihm zu erbitten?

Dritte Wohnungen der Inneren Burg 1, 8




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