Teresa-Kalender

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Mi 10. Juli 2019

Ich sah, dass er zwar Gott, aber auch Mensch war, der sich über die Schwächen der Menschen nicht entsetzt, sondern Verständnis hat für unsere armselige Lage.

Es setzte viel größere Liebe und viel mehr Vertrauen zu diesem Herrn ein, als ich ihn sah, wie zu einem, mit dem ich beständig im Gespräch war. Ich sah, dass er zwar Gott, aber auch Mensch war, der sich über die Schwächen der Menschen nicht entsetzt, sondern Verständnis hat für unsere armselige Lage, die wegen der ersten Sünde, die wieder gutzumachen er kam, so vielen Stürzen ausgeliefert ist. Ich kann mit ihm umgehen wie mit einem Freund, obwohl er doch Herr ist. Denn ich erkenne, dass er nicht ist wie die, die wir hier als Herren haben, die ihr ganzes Herr-Sein auf „Autoritätsprothesen“ gründen: Man braucht Sprechstunden und privilegierte Leute, die mit ihnen sprechen. Wenn es irgendein armer Kerl ist, der irgendein Geschäft hat, wird es ihm noch mehr Hin und Her und Beziehungen und Mühen kosten, es vorzubringen! Und wenn er es gar mit dem König zu tun hat, dann dürfen arme und nichtadelige Leute erst gar nicht hinzutreten, sondern man muss fragen, wer die einflussreichsten Günstlinge sind. Und das sind ganz gewiss nicht solche Personen, die die Welt unter ihren Füßen haben, denn solche sagen Wahrheiten, die sie weder fürchten noch schuldig bleiben; sie taugen nicht für den Palast, denn Wahrheiten dürfen dort nicht vorkommen, sondern man muss verschweigen, was einem schlecht erscheint, ja, sie dürfen noch nicht einmal wagen, es zu denken, um nicht in Ungnade zu fallen.

Das Buch meines Lebens 37, 5




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